Berlin in den 80iger jahren
Traduzione di GuFra
Duester und romantisch, zynisch und gewalttaetig, Geheimnis umhuellt. Kalt, technologisch, voll eines dunklen und dekadenten Zaubers, Kreuzweg der Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Anregende Muse fuer Dichter und Saenger, Kuenstler und Traeumer, Ziel und unwiderstehlicher Anziehungspunkt fuer junge Reisende, Abenteurer und “Entgleiste” aus ganz Europa.
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Geparkte Autos in den 80iger Jahren Berlins |
Wenn nicht der Nabel der Welt, so war sicherlich Berlin West in den ersten Achziger Jahren das Zentrum Europas. Der Ort, um sich zu treffen, das Zentrum kontinuierlicher Anziehungskraft, ein Punkt auf der Landkarte, der der gesamten jugendlichen Kultur (und nicht nur) in der Zeit einen “Grund” gegeben hat.
Zu jener Zeit war diese mystische Metropole noch geteilt (die Mauer fiel erst am Ende von 1989), und der westliche Teil befand sich in der Tat in mitten des DDR-Gebietes, der Deutschen Demokratischen Republik, die dem Warschauer Pakt angehoerte. Die Verbindungen mit Westdeutschland erfolgten demnach mit einer Luftbruecke, oder ueber die Autobahn, auf der saemtliche Fahrzeuge strengsten Kontrollen unterzogen wurden, und die nur zum Tanken halten durften.
Die Stadt wurde von einem Senat verwaltet, der der amerikanischen und englischen Armee unterstand. Die Buerger konnten nicht waehlen, wurden jedoch im Bundestag durch 20 Abgeordnete vertreten, die jedoch kein Stimmrecht hatten. Die jungen Berliner waren von der Wehrpflicht befreit, was viele deutsche Jungen veranlasste, in den Jahren 1960, 1970 und l980 ihren Wohnsitz in Berlin West zu nehmen!
In der Literatur, der echtesten Seele der Stadt, wurde 1980 Seite auf Seite in dem Bericht in Romanform: "Christiane F. Wir Kinder vom Berliner Zoo” von Kai Hermann und Horst Rieck dargelegt. Das Buch wurde in kuerzester Zeit ein europaeischer ‘best seller’. Es kam soweit, dass einige Stuecke in der Schulantologie aufgenommen wurden.
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Es ist Nacht in der deutschen Metropole |
Die sehr jungen Hauptfiguren, Christiane, Detlef, Atze, Babsi, leben in schwierigeren Stadtteilen (Orte wie Rudow und Gropiusstadt), treiben sich auf eiskalten Strassen in den endlosen Winternaechten rum, oder wachen im feuchten und nebligen Morgengrauen auf, fasziniert vom bleifarbenen Himmel , der auf die Neonlichter drueckt und auf die Daecher der Haeuser aus Zement, aehnlich den Bienenstoecken der grossen “Peripherie”. Christiane und ihre Freunde erleiden die Gewalt von diesem unglaublichen Ballungszentrum, und als Opfer der Drogenabhaengigkeit werden sie zum Musterbeispiel einer gesamten Generation. Das Buch geht auf den Grund der verstuemmelten und unruhigen Seele. Dieses wird in dem Meisterwerk “Germania Anno Zero” von Roberto Rossellini beschrieben.
Das symbolische Viertel des damaligen Berlins (auch heute noch ein sehr lebhaftes und pittoreskes Gebiet) war Kreuzberg. Es befindet sich in der Naehe des Zentrums und grenzt an die sogenannte “Mitte” (gebaut am Ende des 19.ten Jahrhunderts). Kreuzberg war fast vollstaendig bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstoert worden. Vor dem Mauerfall, d.h. in der Zeit von Anfang der 60iger Jahre bis 1989, wurde dieses Viertel als das am wenigsten Vornehme von allen Teilen Westberlins betrachtet. Es befand sich am Rande von Berlin Ost und wurde meist von sehr armen Menschen bewohnt, die Unterkunft in Sozialbauwohnungen fanden, sowie von tuerkischen Einwanderern, die eine Beschaeftigung suchten, und von Jugendlichen, die einen “alternativ” Lebensstil fuehrten, wie Punks, die wiederum oftmals leerstehende Haeuser besetzten.
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David Bowie singt, waehrend eine neblige Morgendaemmerung die jungen berliner Helden erhellt |
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Dieses so unterschiedliche Zusammenleben von Religionen, Gebraeuchen und Gewohnheiten schuf die “Kreuzberg Mischung”. Dieses drueckte sich in erster Linie auf kuenstlerischem Gebiet aus (vor allem bei Musik und Malerei). Ebenso resultierte daraus ein ganz besonderer Stil, der in eine faszinierende und rebellische Lebensphilosophie muendete, die grossen Einfluss auf die Jugend in ganz Europa hatte.
David Bowie hat, artistisch gesehen, dem Berlin am Ende der 70iger und Anfang der 80iger Jahre ein Gesicht, eine Melodie und Gedichtszeilen zugeschrieben. Der englische Saenger hat in Berlin “Heroes” komponiert, eins seiner bedeutendsten Schallplatten. Eine schwierige Schallplatte, intensiv, mit harten und experimentellen aber immer gezielten Klaengen, die faehig waren, durch die Musik die Seele der Metropole wiederzugeben.
Berlin ist heutzutage eine sehr moderne Stadt, Hauptstadt des vereinigten Deutschlands. In den ersten 80iger Jahren war es ein Symbol der Freiheit, zwischen dem Zeugnis erbarmungsloser, historischer, weitreichender Vorkommnisse und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.